Integrierte Finanzplanung

Ein wichtiger Hebel für den Unternehmenserfolg

Ein professionelles Controlling mit einer robusten, integrierten und flexiblen Unternehmensplanung ist ein wichtiger Hebel für den Unternehmenserfolg. Gleiches fordert der Gesetzgebers mit einem Frühwarnsystem nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetzes  (StaRUG). Häufig sieht die Praxis noch anders aus.

Integrierte Finanzplanung

Nutzen Sie noch Excel oder planen Sie schon?

Wenn Unternehmen und ihre Herausforderungen wachsen, wird das Controlling mit Excel zum Stolperstein. Das Zusammentragen von Daten dauert zu lange, manuelle Arbeitsschritte erzeugen Fehler und Simulationen oder Szenarien lassen sich kaum umsetzen. 

Staus Quo - Controlling-Potential im Mittelstand

Häufig wird im Mittelstand nach wie vor lediglich die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) isoliert betrachtet. Planerisch wird oftmals nur eine einjährige Ergebnisplanung (aufgesetzt auf dem Jahresabschluss des Vorjahres) erzeugt; sofern überhaupt vorhanden, wird  eine Liquiditätsvorschau separat erstellt. Eine Bilanzplanung erfolgt nur rudimentär. Solch ein Vorgehen führt gerade in Krisensituationen häufig zu falschen Maßnahmen und Aussagen.

 

Trotz hoher Unzufriedenheit hält sich Excel als primäres Planungswerkzeug, obwohl professionelle Software für Planung und Budgetierung verfügbar ist. Häufig nutzen Controller mehrere Werkzeuge parallel, was die Komplexität der Planung unnötig erhöht. Simulationen erfolgen oftmals nicht. Der Planungsprozess  bietet häufig Verbesserungspotential im Controlling.

Ertrags- und Liquiditätsplanung im Projektgeschäft

Im Projektgeschäft ist jeder Auftrag anders, Serieneffekte entstehen nur selten, und daher ist die Planung eine ganz besondere Herausforderung. Die Kostenplanung orientiert sich an der eigenen Leistungserbringung. Als Aufsatzpunkt sind die Projektfortschritte (Ist) zu ermitteln und planerisch (Forecast) fortzuschreiben. Dabei müssen die jeweiligen Merkmale eines Projektes – wie z. B. Auftragswert, Manntage, Materialeinsatz, Liefer- und Laufzeit etc. - ermittelt und individuell berücksichtigt werden. Weiterhin ist aus den Abnahmeterminen eine Umsatzplanung abzuleiten, dabei sind Zahlungsbedingungen und Anzahlungen zu berücksichtigen. Um zusätzlich eine verlustfreie Bewertung zu ermöglichen, sind die für den Zeitablauf prognostizierten Werte (Obligo) parallel mit der Vorkalkulation (Budget) abzugleichen. Abschließend sind die ermittelten Zahlungsströme in die Unternehmensplanung zu überführen.

 

In der Praxis sind in Unternehmen häufig nicht abgestimmte Einzelpläne vorzufinden. So ist dem Projektmanagement sehr wohl bekannt, wenn ein Projekt verschoben wird, das Controlling kann diese Informationen jedoch häufig nicht oder nur unzureichend in die Unternehmensplanung überführen. Besonders erschwerend kommen Anforderungen zur Flexibilität in der Planung und im Änderungsmanagement hinzu.

Vorteile einer integrierten Unternehmensplanung

Eine geeignete integrierte Unternehmensplanung bildet hingegen die GuV, die Bilanz- und die Liquiditätsrechnung als geschlossenes System ab, in dem alle Teile ineinander greifen. Wechselwirkungen zwischen den Teilpläne, vor allem zur Liquiditätsplanung, werden automatisch aufgezeigt. Mit Hilfe schneller Alternativrechnungen und Szenarien für unvorhergesehene Ereignisse, ist es möglich auf geänderte Rahmenbedingungen direkt zureagieren. Kennzahlensystemen zeigen Auswirkungen auf die Zielkriterien Ertrag und Liquidität sofort auf.

Ein zeitnahes Reporting auf Basis einer belastbaren integrierten Planung verbessert in der Regel bereits das Rating. 

Sprechen Sie mich gerne an. Externe Unterstützung, durch einen erfahrenen Interim Manager, stärkt das Vertrauen in die Entscheidungsgrundlage bei Dritten. 

13 Wochen Liquiditätsplanung auf Wochenbasis

Der Zeitraum 13 Wochen gilt als wichtig im Rahmen der Prüfung der Zahlungsfähigkeit, da in verschiedenen Urteilen die Zahlungsunfähigkeit so definiert wurde, dass ihr Eintritt dann erfolgt, wenn ein Unternehmen über einen Zeitraum von 3 Wochen, 10 Prozent und mehr seiner fälligen Verbindlichkeiten nicht bedienen kann. Wenn der Geschäftsführer die Liquiditätslücke - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit - innerhalb von 3 Wochen beheben kann, spricht man lediglich von einer Zahlungsstockung. Diese ist zwar auch beunruhigend, aber kein zwingender Grund, einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit stellen zu müssen.

Allerdings bietet ein 3 Wochen-Plan keine ausreichende Aussage über die weitere Entwicklung der Liquidität. Sinnvoller hat sich eine rollierende, detaillierte Liquiditätsplanung über 13 Wochen erwiesen. Dieser Zeitabschnitt ist in der Regel aufgrund Offener Posten gut planbar und erlaubt ein Gegensteuern bei etwaigen zu erwartenden Lücken. Für eine aussagekräftige Liquiditätsbetrachtung, die sich sehr nah an der Realität bewegen soll, ist erforderlich:

1. Ausgangspunkt - stichtagsbezogener Finanzstatus:

  • Banksalden

  • Offene Postenlisten Kreditoren und Debitoren 

  • Einzelauflistung sonstiger Forderungen und Verbindlichkeiten

  • Aufgliederung der Rückstellungen

2. Fortentwicklung - zeitraumbezogene Finanzplanung:

  • Plandaten für die zukünftigen Wochen / Unternehmenskonzept mit einer integrierten Planung

  • Umsatzplanung, Daten zu Kundenaufträgen und Lieferantenbestellungen mit Zahlungskonditionen

  • Personal- und Kostenplanung

  • Investitions-, Finanzierungs- und Tilgungsplanung


Im Ergebnis lassen sich - als wichtiger Teil des Frühwarnsystems - Liquiditätsengpässe schnell und effektiv erkennen und können beseitigt werden.