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Sparringspartner in der Gesellschafterkrise

  • Autorenbild: CarstenZaremba
    CarstenZaremba
  • 30. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Mai


Das Mandat

Ein inhabergeführtes Unternehmen mit mehreren Gesellschaftern. Technologisch stark, in einem spezialisierten B2B-Markt positioniert — aber mit einem Geschäftsmodell das unter Druck geraten war. Die Kunden hatten sich weiterentwickelt, die eigene Kernkompetenz verlor an Relevanz. Ein neues Geschäftsmodell war notwendig. Darüber herrschte auf Gesellschafterebene keine Einigkeit.

Das Unternehmen befand sich in einer Gesellschafterkrise — einem Krisenstadium nach IDW S6 in dem die operative Leistungsfähigkeit bereits leidet, aber noch nicht zusammengebrochen ist. Das eigentliche Problem lag nicht in den Zahlen, sondern in der Entscheidungsfähigkeit der Eigentümer selbst.

Meine Rolle

Kein operatives Mandat. Kein Interim CFO, kein Restrukturierungsauftrag. Ich habe den geschäftsführenden Gesellschafter begleitet — in wiederkehrenden Sitzungen über einen längeren Zeitraum.

Die Aufgabe: einen erfahrenen Unternehmer durch eine der schwierigsten Phasen seines Berufslebens zu begleiten. Jemand sein der ehrlich reflektiert — ohne eigene Agenda, ohne Abhängigkeit vom Ergebnis, ohne die emotionale Betriebsblindheit die in langjährigen Gesellschafterstrukturen unweigerlich entsteht.

Was wir konkret erarbeitet haben

In den gemeinsamen Sitzungen haben wir eine Vielzahl strategischer und persönlicher Optionen durchgearbeitet: Verkauf von Anteilen, Vertriebsoptionen, Änderungen am Geschäftsmodell, Kooperationen mit Wettbewerbern. Wir haben Zahlentransparenz hergestellt und Planungsoptionen diskutiert. Wir haben die persönliche Haftungssituation des GF analysiert und Präsentationen für die Gesellschafterversammlung vorbereitet.

Das ist keine Beratung im klassischen Sinne — es ist die Arbeit an einem komplexen Problem unter Zeitdruck, mit einem Menschen der die Konsequenzen trägt.

Was Sparring in dieser Situation leistet

In eigenen Angelegenheiten ist man häufig nicht der richtige Berater. Optionen müssen emotionslos aufbereitet und bewertet werden — das gelingt selten wenn man selbst mittendrin steckt. Reflexion und Ehrlichkeit brauchen ein Gegenüber das keine eigenen Interessen am Ergebnis hat.

Ein Sparringspartner kann keine Mehrheit herstellen, keinen Gesellschaftervertrag ändern, keine Einigung erzwingen. Was er leisten kann: Klarheit auf der persönlichen Ebene herstellen. Die richtigen Fragen stellen. Den Raum schaffen in dem jemand ehrlich mit sich selbst sein kann.

Das Ergebnis

Der geschäftsführende Gesellschafter hat am Ende eine klare persönliche Entscheidung getroffen — in vollem Bewusstsein der Konsequenzen. Nicht die Entscheidung das Unternehmen zu retten, das lag außerhalb seiner Möglichkeiten. Sondern die Entscheidung über seine eigene Rolle und Zukunft in einer Situation die er nicht alleine verantworten konnte.

Manchmal ist die wichtigste Entscheidung nicht die Rettung des Unternehmens — sondern die Klarheit über den eigenen Weg.

Mein Fazit

Eine Sanierung ohne Klärung der Gesellschafterprobleme ist kaum erfolgreich möglich. Streitigkeiten und persönliche Befindlichkeiten auf Gesellschafterebene dürfen nicht über dem Unternehmensinteresse stehen. Wer das zu spät erkennt — oder nicht bereit ist es anzusprechen — riskiert dass ein operativ lösbares Problem zu einem unlösbaren wird.

Wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind — ich führe solche Gespräche. Vertraulich, ohne Mandat, ohne Verpflichtung.

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+49 (0) 160 759 71 63

kontakt (at) zarcon.de

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